Die Unfähigkeit der Kölner Ausländerbehörde

Seit einiger Zeit bin ich Vater – meine Frau und ich haben zwei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei uns aufgenommen. Wir wurden Pflegeeltern!
Die beiden sind nett, lernen und versuchen die Vergangenheit langsam und in ihrem Tempo zu verarbeiten.

Nun sollten die beiden eine Duldung bekommen und hatten dafür jeweils einen Termin bei der Behörde erhalten.

Was sich dabei aber ereignete, war ein Drama!

1. Akt:

Für eine Duldung braucht es eine Meldebescheinigung. Da wir „den Großen“ an dem Tag nicht begleiten konnten und er dachte, daß er das schaffen könne, wollte ich das mit der Meldebescheinigung vorher geregelt haben, damit der ganze Vorgang so flüssig wie möglich ablaufen könne.

Ich meldete also meine beiden Schützlinge beim Einwohnermeldeamt an, ging anschließend direkt zur Betreuerin beim Jugendamt (liegt auf der selben Etage wie das Ausländeramt) und wollte dann mit ihr zusammen beim Ausländeramt vorstellig werden, um die Bescheinigungen abzugeben.

Wir wurden aber leider nicht „empfangen“, da die Herrschaften mit anderen Dingen beschäftigt und nicht auf „Besuch“ eingestellt waren.

Die Bescheinigungen wurden daraufhin eingescannt und mit dem internen Mailsystem dem Ausländeramt zugeschickt.

2. Akt, 1 Szene:

Zum ersten Termin ging unser „Großer“ nun alleine!
Weil aber jemand einen Rucksack im Gebäude vergessen hatte, durften erst einmal alle Besucher und Mitarbeiter für ein paar Stunden „draußen bleiben“. Er hat mir die Aufnahmen gezeigt, als alle auf der Straße stehen mußten. Als er dann endlich im Ausländeramt vorstellig werden konnte, fragte sein Bearbeiter, warum er die Meldebescheinigung nicht dabei hätte. Er schickte ihn einfach wieder nach Hause mit dem Vermerk, er solle in einer Woche wieder mit einer Meldebescheinigung vorstellig werden.

2 Akt, 2 Szene:

Eine Woche später begleitete ich meinen Pflegesohn zum Amt. Wir hatten das Original und eine Kopie dabei und auch die Betreuerin vom Jugendamt stand uns unterstützend zur Seite.

Auf die Frage, wo die Meldebescheinigung sei, sage ich, das diese als Mail bereits dem Ausländeramt zugeschickt worden sei.

Daraufhin wurde heftigst widersprochen! Sie hätten keine Bescheinigung erhalten!
Dieses extreme „wir seien unserer Verpflichtung die Meldebestätigung vorzulegen“ nicht nachgekommen, fand ich schon ein starkes Stück. Vor allem, da wir 2 ja sogar mit einer Leumundszeugin vorstellig geworden waren, ebenfalls Mitarbeiterin der Stadt, und diese die E-Mail über die internen Systeme dem Ausländeramt zugeschickt hatte.

Man wollte trotzdem die Meldebescheinigung in Papierform zum Einscannen.

Nun reichte ich das Original und die Kopie und ließ die Wahl:
Die gerade so leserliche Kopie dürfe er direkt behalten. Oder er nutze das Originaldokument zum einscannen, dieses wollte ich aber zurück haben.

Diese Wahlmöglichkeit wurde nicht verstanden und weil ich darauf bestand mein Original wieder zu erhalten, scannte man die Kopie ins System.

Beim Gehen verwies ich darauf, daß wir noch einen Pflegesohn hätten, benannte ihn mit Namen und verwies darauf, daß er ja keine einwöchige vorläufige Duldung bekommen müsse, da ja alle Unterlagen bereits vorlägen.

3. Akt 1 Szene:

Bei unserem „Kleinen“ bestand ich darauf mit zum Amt zu gehen. Ich hatte schon ein schlechtes Gefühl und wollte ihn nicht beim Ausländeramt allein lassen. Seine Deutschkenntnisse sind nicht so gut wie die des „Großen“ und seine Erfahrungen mit  Ämtern (nicht nur den deutschen) waren nicht positiv. So viel konnte ich in unseren Gesprächen in Erfahrung bringen.

Ich dachte, daß wir die Unterstützung des Jugendamtes nicht bräuchten, aber da unsere Unterlagen im Büro lagen, holten wir uns zur Sicherheit eine Version … war ja auf der selben Etage.

Wir kamen zu den Mitarbeitern ins Ausländeramt und ich staunte nicht schlecht,

  1. es waren andere als bei unserem „Großen“
  2. man setze dem „Kleinen“ einen Wisch vor die Nase und sagte, er müsse mit der Meldebestätigung nächste Woche wieder kommen.

Ich hatte die Meldebestätigung in der Hand und nun wurde ich sauer und ein wenig lauter.

Alle Erklärungen auf das interne Mailsystem oder auch, daß ich die Meldebestätigung dabei hatte… nichts hielt die Damen davon ab, alle Verantwortung von sich zu weisen und den Empfang zu verneinen.

Wenn das Jugendamt die Unterlagen erhalten hätte, hätten sie diese doch nicht!

Ich mußte die Meldebestätigung mehrmals anbieten, damit sie genommen und eingescannt wurde. Man verstand zunächst nicht mal, was ich ihnen denn geben wolle.
Was für ein hirnverbrannter Mensch muß man sein, um das nicht zu verstehen? Und ein Dokument auszustellen, welches dem Sachstand entsprechen würde, das könnten sie jetzt nicht ausstellen, denn die Meldebestätigung hätte vorher eingereicht werden müssen!

Ja, geht’s noch?

Wenn man mit den Unterlagen vorbei kommt, wird man nicht empfangen, weil es nicht die Zeit ist und man genau zum festgesetzten Termin kommen muß und dann bekommt man so einen Scheiß zu hören?

Sorry, ich bin eigentlich sehr friedfertig, aber irgendwann ziehe ich meine Grenze:

Das ist instrumentalisierter Rassismus beim Amtsschimmel!

Ich bin ja viel gewöhnt, aber so ein Scheiß ist mir selbst in meiner Zeit bei der Bundeswehr nicht begegnet!

Wir sind dann zur Betreuerin beim Jugendamt gegangen. Diese war auch sehr überrascht über das Verhalten und Vorgehen ihrer Kolleginnen. Sie rief bei ihnen an aber alle Versuche eine vernünftige, effiziente Lösung zu finden, die ohne weiteres stundenlanges Warten auskommen würde, schlugen fehl.
So etwas von arrogant, borniert und ineffizient, wie die Mitarbeiter in der Kölner Ausländerbehörde, habe ich mein Lebtag noch nicht erlebt.

3. Akt 2 Szene:

Ich bin gespannt darauf was nun passiert, vor allem da ich dies nun schrieb und veröffentlicht habe.
Wahrscheinlich dürfen wir einfach wieder stundenlang warten, damit diesmal unser „Kleiner“ seinen neuen Wisch unterschreiben darf, um direkt wieder zu gehen.

Fazit:

Wenn man versucht dem Amt zuzuarbeiten, kann man nur verlieren!
Vor allem Zeit und Nerven!
Hätte man meine Zuarbeit genutzt, wären

  1. wir nicht gezwungen gewesen, mehrmals durch halb Köln zum Amt zu reisen.
  2. weniger Dokumente ausgestellt worden!
  3. weniger Stunden an Arbeitszeit verbrannt worden!
    1. bei uns und vor allem auch
    2. bei den Mitarbeitern im Amt
    3. und letztlich auch bei den Jungs, die in die Schule müssen.

Als Pirat habe ich immer von der Ineffizienz der Kölner Verwaltung geredet und daß die wahre Macht nicht in der Politik und damit beim Kölner Stadtrat oder den Bezirksvertretungen zu finden sei, sondern in der Verwaltung. Ich bekam es auch immer wieder ein wenig mit, wenn Vertreter der Verwaltung bei verschiedenen Veranstaltungen redeten. Ob in Bezirksvertretungen oder im Veedelsbeirat für Mülheim 2020. Ich habe auch viel gehört und gesehen über die Vorgehensweise gerade des Kölner Jobcenters und ihre stetigen Mißachtungen aller schon vorliegenden Informationen.
Aber nun habe ich selbst erfahren, wie sehr und in welch einer Art und Weise die Verwaltung ihre Unfähigkeit zeigt, effizient zu arbeiten und dabei die Lebenszeit aller Menschen vergeudet. Auch ihrer eigenen! Das hätte ich nicht zu träumen gewagt.

Es wird Zeit, daß sich das ändert!

Wall of text – Danke für´s bis hierher Lesen. War dezent langatmig, oder?
Ich schreib´s weil, wenn man das in Echtzeit durchmacht,  jedes Mal, mit jedem Kind auf´s neue. Da wird man doch meschugge! Warum um Himmels Willen schult die Kölner Verwaltung ihre Mitarbeiter nicht, daß sie ihre Unterlagen in zumutbarer Zeit im Griff haben, und „lernt ihnen“, ihre erhaltenen Mails zu speichern und sie sauber in einem Dokumentenmanagementsystem abzulegen?

Gut, daß wir hingeschaut haben!